Newsletter Nr. 9, November 2009 – nochmal zum Nachlesen

 

Hallo, Ihr Lieben,
ein altes Sprichwort sagt: Neun Monate kommt der Bauch, neun Monate geht er auch.
Nr. 2 wird schon zehn Monate und daher ist es wohl an der Zeit eine körperliche Bestandsaufnahme zu machen. Um hier objektive Ergebnisse vermelden zu können, habe ich mich mal vor einem mannhohen Spiegel und bei eher ungünstiger Beleuchtung – und hierzu zählt im Prinzip alles außer Kerzenschein – genauestens unter die Lupe genommen. Das Resultat ist nicht gerade dazu angetan jemanden zum Kinderkriegen zu überreden. Sollte also jemand Weibliches unter Euch sein, der noch mit dem Gedanken spielt, dann wäre es besser diese Mail nicht zu Ende zu lesen…
Ausdrücklich möchte ich erwähnen, dass meine Vor- bzw. Nachsorgehebamme von jeder Verantwortung freizusprechen ist. Sie hat ihr Bestes gegeben und mich während der Schwangerschaft und nach der Geburt mit ihren Sportstunden so gut es ging in Form gehalten bzw. gebracht. Aber man muss halt den Tatsachen mal ins Auge schauen und festhalten, dass das 36jährige, nicht mehr ganz fabrikneue, quasi Second-Hand-Körpermaterial, das ihr zur Verfügung stand, einfach nicht mehr hergegeben hat. (Und das sage ich jetzt nicht nur, weil Du im Verteiler bist 😉 )
Ja, wo fange ich an? Am besten oben:
Haare:
Ehrlicherweise sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich nie mit einer Löwenmähne gesegnet war. Aber jetzt habe ich wenigsten zwei Schuldige, denen ich das Debakel auf meinem Kopf in die Schuhe schieben kann. Abgebrochen und ausgefallen und keineswegs mehr schön anzuschauen stellt sich der Kopfbewuchs dar. Ich gehe davon aus, dass sich hieran nichts Wesentliches mehr ändern wird, denn zwischenzeitlich sollten alle bösartigen Hormone aus meinem Körper abtransportiert sein. Zum Glück bricht gerade die Mützenzeit an. Bis zum Frühjahr habe ich also noch Zeit. Ich gebe die Hoffnung nicht auf… Und ansonsten muss ich mich bei Viktoria Beckham halt mal über Extensions informieren.
Gesicht:
Hier sind gleich mehrere Problembereiche zu bearbeiten. Die Ringe unter den Augen kann ich wohl auf die schlaflosen Nächte schieben. Die sich immer tiefer in die Stirn eingrabenden Zornesfalten schiebe ich auf Nr. 1. Die hektischen Flecken schiebe ich auf Nr. 2, der mit gefühlten 390.000 Dezibel nach Futter verlangt. Das Doppelkinn sowie die Hamsterbäckchen schiebe ich auf den übermäßigen Genuss von Eisbechern während der Schwangerschaft. Blöderweise hatte ich nicht bedacht, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass sich die hängenden Bäckchen wieder heben, sondern nun halt rumbaumeln, wo sie mal gelandet sind. Vielleicht hätte ich in Physik besser aufpassen sollen, als das Thema „Schwerkraft“ behandelt wurde.
Schultern bzw. Oberarme:
Obwohl ich mehrfach täglich zwei um die 10kg wiegende Blagen treppauf und treppab schleppe, kann man meine Arme nun wirklich nicht als sauber definiert bezeichnen. Vermutlich steht dies in ursächlichem Zusammenhang mit der Tatsache, dass sich auch an dieser Körperregion noch 50 – 100 Gramm Fett verbergen, die dort vorher nicht waren. Praktisch, dass ich momentan ob der Witterung langärmelige Oberteile trage, denn in einem Spaghettitop würde mich wohl niemand sehen wollen.
Busen:
Wie bei den Haaren, konnte ich auch hier nie mit viel Imposantem aufwarten. Jetzt jedoch – zwei Stillkinder weiter – ähneln die einstmals wenn nicht riesig, so doch wenigsten knackigen Brüste leergetrunkenen Caprisonnen… Naja, dann trage ich eben nicht nur langärmelige, sondern auch sehr weite, wallende Gewänder, dann fällt das gar nicht weiter auf!
Rücken:
Chronisch verkrampft. Wie er sich sonst so darstellt, kann ich an dieser Stelle nicht sagen, da ich mich aufgrund der inzwischen erworbenen Haltungsschäden nicht mehr umdrehen kann. Aber ist das ein Wunder? Ständig verharrt man in den unmöglichsten und orthopädisch nicht empfehlenswerten Stellungen, weil ausgerechnet jetzt das Kind eingeschlafen ist und jede falsche Bewegung es aufwecken würde. Da Babys ja einen Sensor eingebaut haben, der ihnen sofort meldet, wenn man versucht sie auf der Matratze abzulegen, geht man natürlich das Risiko nicht ein und bleibt bewegungslos mit einem um 87,5 Grad gedrehtem Kopf, hochgezogenen Schultern, krummen Rücken, übereinander geschlagenen Beinen und Armen, die wegen des zu tragenden Gewichtes kurz vor einem Krampf stehen, sitzen, bis das süße kleine Ding aus seinem Schlümmerchen erwacht.
Bauch:
Nein, das Sprichwort stimmt nicht. Obwohl die neun Monate um sind, ist der Bauch noch da. Irgendetwas muss da wohl grundlegend schiefgelaufen sein. Wenn es jetzt einfach nur ein kleines Bäuchlein wäre, wäre das Ganze ja halb so schlimm. Aber durch die nicht unerhebliche Dehnung, ist jetzt irgendwie Haut übrig. Mein Bauch hat frappierende Ähnlichkeit mit einem Luftballon, aus dem bereits etwas Luft entwichen ist und den man gleichzeitig auch noch zu lange in der Sonne hat liegen lassen.
Po:
Achtung, hier kommt ein Lichtblick! Komischerweise gefällt mir dieses Teil an mir heute fast besser als zuvor. Ich vermute jedoch, dass ich einer optischen Täuschung aufgesessen bin. Wahrscheinlich wirkt er nur so positiv, weil die ihn umgebenden Körperbereiche Bauch und Oberschenkel sich überdimensional groß ins Auge des Betrachters drängen.
Oberschenkel:
Für sich betrachtet, gar nicht so schlecht. Doch leider blieben einige Hosen bei dem Versuch sie anzuziehen, auf halber Strecke eben an den Oberschenkeln hängen. Demnach muss sich auch hier eine schleichende Metamorphose vollzogen haben. Aber Röcke sind ja auch nett… Leider kriege ich die dann am Bauch nicht zu.
Füße:
Auch hier gibt es wenig Erfeuliches zu berichten. Durch die von mir selbst angefutterten Pfunde und die Kilos, die meine Kinder auf die Waage bringen, werden sie quasi konstant ganzflächig auf den Boden gedrückt. Und haben deswegen offenbar beschossen, diese Plattförmigkeit dauerhaft anzunehmen. Schade um all die High Heels, die man sich noch hätte zulegen wollen…
Ja, Freunde, so sieht es aus! Besser gesagt: so sehe ich aus! Und da ich mit den beiden für dieses Dilemma verantwortlichen Kröten auch kaum mal Gelegenheit habe, meine Barbara-Becker-Pilates-DVD einzulegen, wird es wohl auf absehbare Zeit auch bei diesem Zustand bleiben. Außerdem naht mit schnellen Schritten die Weihnachtszeit und da kann ja nun niemand ernsthaft von mir verlangen Diät zu halten!!!
Um mich vor unnötigen Frusterlebnissen zu schützen, habe ich mich rigoros von allen bauchfreien und sonstwie figurbetonten Kleidungsstücken getrennt und werde demnächst mal ordentlich shoppen gehen: Perücken mit Wallemähne, Push-up-BHs, Miederhöschen, Birkenstockgesundheitsschuhe, Stützstrumpfhosen, Anti-Cellulite-Gel, Augenringe-Kaschier-Stifte usw. Ich freu mich!!!
Ansonsten ist aber alles schön! Ich verbringe meine Tage mit Windeln und Brei. Schatz ist in Korea… :-)))
Nr. 2 kann sich zwischenzeitlich an allem, was ihm in die Quere kommt, hochziehen und schafft es auch noch dabei fröhlich ins Volk zu winken. Oder aber er klaut Nr. 1 ein Stückchen seines auf dem Couchtisch befindlichen Leberwurstbrotes und arbeitet es gründlich in den weißen Teppich ein. (Ja, in einem Moment geistiger Umnachtung habe ich es tatsächlich fertig gebracht, einen weißen Teppich zu kaufen… Selber schuld!)
Nr. 1 geht seit Sommer dreimal pro Woche alleine (!!!) in eine Spielgruppe und findet das auch super. Leider lernt er dort so Dinge wie Kneten und mit Wasserfarben malen, was wir dann natürlich zu Hause unbedingt nochmal vertiefen müssen. Aber macht ja nix. Die Waschmaschine ist ohnehin im Dauerbetrieb. Da kommt es auf 35 weitere zu waschende Oberteile ja auch nicht mehr an. 🙂
Überhaupt ist er in der „Ich kann das alles alleine“-Phase, welche anderthalbstündige Anziehorgien und 5cm dick mit Butter bestrichene Brote nach sich zieht. Währenddessen lässt er mich auch gerne an seinem sich ständig erweiternden Wortschatz teilhaben und labert mir ’ne Frikadelle ans Ohr
Der Lautstärkepegel mit zwei Kindern (oder ist das nur bei Jungs so?) ist ohnehin phänomenal. Da Nr. 2 ja noch nicht sprechen kann, kreischt er halt. Woraufhin Nr. 1 sich natürlich veranlasst sieht, auf die gleiche Weise zu antworten. Die beiden finden es ungemein unterhaltsam – ich weniger. 🙂
Immerhin haben wir schon mit dem Kindergarten meiner Wahl einen Vertrag für Nr. 1 abschließen können. Das bedeutet, dass ich ab August 2010 wieder ein freier Mensch bin. Nr. 2 soll dann nämlich planmäßig den von Nr. 1 freigemachten Platz in besagter Spielgruppe übernehmen. Schön. Da könnte ich ja langsam mal anfangen mir einen Job zu suchen…. 🙂
Bäng°! War natürlich nur Spaß! Ich werde mindestens für einige Monate die Kinder abliefern, um dann auf direktem Wege auf die Couch zu sinken und mir das Fernsehprogramm bei Kaffee und Brötchen reinzuziehen! Oder doch lieber Barbara-Becker-Pilates…..?
So, das wäre es mal wieder von uns. Wie ihr seht geht es uns gut. Euch hoffentlich auch! Ab morgen wird hier der Weihnachtsstress ausbrechen, so dass ich mich vorher nochmal melden wollte. Wir schicken tiefenentspannte Grüße und melden uns bestimmt nochmal vor dem Jahreswechsel!
Alles Liebe von
Chef und den drei Kerlen

 

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