Einkaufen mit Kindern

Einkaufen mit Kindern ist manchmal kein Vergnügen. Und besonders an einem Samstagvormittag nicht. Bei Regen. Und zwar strömendem Regen. So wie am vergangenen Samstagvormittag. Allerdings gehe ich selber dermaßen ungern einkaufen, dass ich es sogar vorziehe, die Kinder mitzunehmen, bevor ich mich ganz alleine in den Nahkampf stürze. So habe ich wenigstens jemanden dabei, den ich anbrüllen kann, wenn mein Ärger über die ganzen anderen lästigen Kunden Überhand nimmt.

Idealerweise brüllt man sich natürlich lieber nicht an. Darum bin ich auch dazu übergegangen, das Einkaufen zu einem großen Abenteuer zu machen. Nr. 1 und Nr. 2 sind glücklich, wenn sie mitmachen dürfen. Inzwischen bekommen sie ihren eigenen Einkaufzettel und stiefeln sofort los. Das hat unglaublich viele Vorteile.

Zunächst spielen sie nicht einfach unmotiviert Fangen in der Nähe der Getränkeregale oder wälzen sich in einem vorsätzlich angezettelten Streit quietschend auf dem Boden. Stattdessen sind sie eifrig bemüht, den gesuchten Artikel möglichst schnell zu finden und in meinen Einkaufswagen zu schleudern. Hierbei muss man aufpassen, dass sie zuerst die Konserven und dann die Joghurts holen. Konservendosen, die auf Quarkspeise plumpsen, machen unschöne Kleckereien. Meine Erfahrung zeigt, dass die Kinder Spaß daran haben zu helfen. Und ganz nebenbei kennen sich meine inzwischen richtig gut aus, so dass man sie wirklich einsetzen kann. Leider wissen sie auch, wo die Eier stehen…

Wenn sie anfangen sich zu langweilen und nicht mehr zufriedenstellend kooperieren, erhöhe ich in kleinen Dosen den Schwierigkeitsgrad. Zunächst sollten sie nur einzelne Teile holen, die auf Augenhöhe liegen. (also auf Höhe der Kinder, sozusagen auf dem Boden). Dann mussten sie sich mehrere Dinge merken. Zum Beispiel 3x Milch, 2x Möhren. Später kann man sich auch mal Produkte aus den höher gelegenen Regalen aussuchen. Es ist spannend zu sehen, ob und wen die Kinder fragen, wenn sie die Sachen nicht finden oder nicht dran kommen.

Um das Ganze etwas spannender zu gestalten, kann man den Einkaufszettel als Rätsel gestalten. Zum Beispiel ein Bilderrätsel für die Kleinen oder fehlende Buchstaben für die, die schon lesen können. Da ist der Kreativität kaum eine Grenze gesetzt.

Wenn es schnell gehen soll, kann man auch ein Wettrennen aus dem Einkauf machen. Nach dem Motto: Wer zuerst an der Kasse ist (und natürlich auch alle Teile im Wagen hat), hat gewonnen. Oder Kinder gegen Mama. Oder die Kinder gegeneinander. Preis ist in unserem Fall ein Törtchen beim Italiener, zu dem wir ohnehin wollten, um dort einen Kaffee zu trinken. Und natürlich bekommt nicht nur der Sieger ein Törtchen, aber er darf als erster eines aussuchen.

Wenn man mal darüber nachdenkt, bieten sich diverse Spielmöglichkeiten. Und damit habe ich auch gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Mir macht das Einkaufen mehr Spaß. Die Kinder nörgeln nicht, sondern machen begeistert mit. Wir sind viel schneller fertig und vor allem:

In zwei Jahren schicke ich die beiden einfach ganz alleine. Dann haben die das drauf!

Ein Kommentar zu „Einkaufen mit Kindern

  1. Das ist sooo wahr! Bin ja (leider?) meist woanders Chef , aber die schlauen Sprüche kenne ich. Den Einkaufszettel-wettbewerbstrick werde ich nächsten Samstag sofort ausprobieren! Danke dafür! (oder ich geb dir mein großes und mein kleines Dings mit….)

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