Fit mit 40 – persönlicher Trainingsplan

Schön, jetzt habe ich das Buch von Peta Bee mal durchgeblättert und musste sehr schnell feststellen, dass es erwartungsgemäß keine sensationellen Tricks enthält. Kurz zusammengefasst lautet die Devise: Beweg Dich! Wer hätte das gedacht? Dass man lieber die Treppe als den Aufzug nehmen sollte, war mir auch vorher schon klar. Die Beschaffenheit unseres Hauses kommt mir da sehr entgegen, denn ich muss schonmal eine Etage klettern, um überhaupt bis zur Haustür zu kommen. Die Kinderzimmer liegen in der zweiten Etage, zu denen ich mehrfach am Tag hochsprinte, um Prügeleien zu beenden. Die Waschmaschine steht im Keller. Der Wäscheständer in der ersten Etage. Schon wieder mehrere Treppengänge auf dem Konto. Was das betrifft, bin ich also schon fit und brauche gar nichts weiter zu tun. Toll!

Auch der Hinweis, dass man kurze Strecken zu Fuß gehen soll, ist nicht sooo neu. Eine Idee für Fitness am Arbeitsplatz lautet, dass man die Toilette aufsuchen soll, die am weitesten entfernt liegt. Da ich eine Frau bin, gehe ich pro Tag geschätzte 25 Mal aufs Klo. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Chef es gutheißen würde, wenn ich mich dafür jedes Mal für zwanzig Minuten aus dem Büro verabschieden würde… Auch die Idee, dass man mit dem Inhalt der Einkaufstüten einige Übungen durchführt, bevor man die Ware im Schrank verstaut, finde ich, naja sagen wir mal, albern. Ich sehe mich schon in der Küche stehen und mit jeder Milchtüte erst ein paar Oberarmcurls machen, bevor ich sie in den Kühlschrank räume. In der Zeit hätten die Kinder die Kekstüten aufgerissen, die Katze hätte die Leberwurst aus der Verpackung geschält und die Tiefkühlpizza wäre aufgetaut.

Und dann hat sie auch noch einen lustigen Punkteplan erstellt, mit dem man sich im Verlauf des Tages seine angestrebte Fitnessration zusammenstellen kann. In meinem Beispiel liefe das wie folgt:

Ich möchte fitter werden und gleichzeitig ein paar (wenige) Kilos vernichten, die mich davon abhalten die etwas engeren Hosen in meinem Kleiderschrank auch zu tragen. Um das zu erreichen, sollte ich täglich 45 bis 60 Fitnesspunkte erreichen. Nun gibt es eine Liste mit Aktivitäten, die man jeweils 10 Minuten am Stück durchführen muss, und dafür gibt es Punkte. 10 Minuten Schnee schaufeln bringt direkt mal 15 Punkte. Super im August. 10 Minuten auf Bäume klettern ebenfalls. Die Bäume in unserem Garten haben eine Durchschnittshöhe von 1,5 Metern und drohen schon umzufallen, wenn sich die Jungs daran versuchen.

10 Punkte gibt es für 10 Minuten Tapete abreißen. Oder Line Dance. Oder an Krücken laufen. Immerhin noch 5 Punkte kriege ich für 10 Minuten Weihnachtsbaum schmücken oder Jetskiing.

Ja, soviel dazu. Ihr seht schon, dass sich in dem Buch zahlreiche unglaublich hilfreiche Kniffe finden, mit denen man ganz nebenbei schlank und fit wird. Ich werde morgen mal in die Bibliothek gehen (5 Punkte), um das Buch wieder abzugeben. Danach werde ich mit dem Auto in die Stadt fahren (0 Punkte) und mir einen Hula Hoop kaufen (10 Motivationsvorschusspunkte, die wieder abgezogen werden, wenn ich das Ding nicht benutze). Dann werde ich mir das Seilchen der Kinder schnappen und mal gucken, wie lange ich damit hüpfen kann, ohne mir etwas zu brechen (zwischen 5 und 15 Punkte). Treppensteigen ist sowieso, wie oben erwähnt, täglich mit mindestens 30 Punkten zu bewerten. Wenn ich mich dann noch am Abend nicht auf den Boden werfe und alle Legosteine mit dem Handfeger zusammenkehre, sondern mich nach jedem einzelnen per Kniebeuge bücke, dann habe ich die erforderlichen 60 Punkte locker im Sack!

Vielleicht vergesse ich auch einfach dieses sinnlose Buch und werde mir einen ernst zu nehmenden Trainingsplan überlegen. Ja, so mache ich das – gleich morgen… 🙂

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