Spiel ohne Zeug

Wir waren, wie gesagt, in Urlaub. Mit dem Flugzeug. Das bedeutet, dass wir nur eine sehr begrenzte Anzahl von Dingen mitnehmen konnten bzw. wollten. Ich hatte mir fest vorgenommen, dass wir an Klamotten für jeden ausreichend Unterwäsche, alle verfügbaren Schwimmsachen und ansonsten zwei Shorts und zwei Shirts einpacken – mehr nicht. Minimalausstattung! Ein wichtiges Teil, was man in solchen Fällen unbedingt braucht, ist „Rei in der Tube“, um die Klamotten immer im Wechsel wenigstens von den groben Flecken zu befreien. Das funktioniert natürlich toll auf Fuerteventura, wo die Sachen von Sonne und Wind innerhalb von kurzer Zeit getrocknet werden. Wenn man an die Nordsee fährt, sollte man die Sache mit der Minimalausstattung nochmal überdenken. 🙂

Jedenfalls haben wir logischerweise auch kein Spielzeug mitnehmen können. Wir hatten für die Fahrt Bücher eingepackt und einige Spiele auf den Tablet-PC geladen. Fertig. Die Kinder hätten natürlich gerne den kompletten Hausrat mitgenommen. Nr. 1 war nur schwer davon zu überzeugen, dass wir nicht das gesamte Spielzeug aus dem Sandkasten mit an den Strand nehmen würden. Und wie sich zeigte, ist das auch total unnötig.

Das Foto zeigt Nr. 2, wie er mit Hingabe und hochkonzentriert einen Sandwall baut. Wofür genau? Keine Ahnung. Womit? Nur mit den Händen. Das geht! Und hat so viele Vorteile. Man muss nix schleppen, man muss nix kaufen, es kann nix kaputt oder verloren gehen, was man dann neu kaufen müsste. Die Kinder wissen, wie sich Sand anfühlt und was man damit machen kann. Ohne das nötige Werkzeug dauert es vielleicht etwas länger. Das ist aber wiederum ein Vorteil für die Eltern, denn die Kinder sind folglich ja auch länger beschäftigt. Jetzt höre ich die Zweifler schon rufen: „Kunststück. Am Strand! Das ist ja auch spannend und ganz was anderes.“

Stimmt. Der Strand ist ein dankbares Feld für einen solchen Versuch. Wir haben es aber auch schon im Ferienhaus getestet. Vorher hatten wir immer die halbe Ladefläche mit Dingen für die Kinder zugestellt. Lego, Autos, Bücher usw., usw. Natürlich haben die Jungs dann auch damit gespielt, so dass man den Eindruck gewinnen konnte, dass es wirklich nötig sei, das ganze Zeug mitzuschleppen. Aber dann haben wir es gewagt – beim ersten Mal nur für einen Wochenendausflug, zugegeben – ohne alles zu fahren. Nur ein paar Bücher zum abendlichen Vorlesen durften mit. Und was ist passiert? Nichts. Die Kinder haben noch nicht einmal nach ihren Sachen gefragt. Dafür haben sie sich aber zum ersten Mal intensiv mit den Dingen beschäftigt, die sowieso da waren. Der Klassiker: Töpfe zum Trommeln. Aus einem Stück Wolle und einem Korb haben sie einen prima Aufzug an der Treppe gebaut. Auch Schuhe können Autos sein. Oder Raketen oder sonst was. Und von den Sachen, die sie im Wald gefunden haben, will ich mal gar nicht reden.

Wat lernt uns dat? (hochdtsch: Was lehrt uns das?): Man muss nicht jede Ritze des Autos mit Spielzeug vollstopfen, denn die Kinder spielen auch ohne Zeug. Und sogar richtig gut. Und wenn man nach Hause kommt, freuen sie sich auf Ihre Spielsachen, die sie ja sooo lange nicht gesehen haben. Schon wieder ein Vorteil für die Eltern. Das Jung(s)volk ist nämlich sofort nach Ankunft in den Zimmern verschwunden, um zu prüfen, ob die Legosteine noch alle da sind. Das gibt den Eltern Gelegenheit in Ruhe das Auto auszuräumen. Und da im Auto ja viel weniger Gepäck ist als sonst, hat man dann noch Zeit, um Kaffee zu trinken, die Post zu sortieren, die Blumen zu gießen, die Waschmaschine anzuwerfen…. Oder einfach nix zu machen und den Urlaub gemütlich ausklingen zu lassen. Großartig, finde ich.

Dabei fällt mir ein, dass ich Euch noch gar nicht von meinem Lieblings-Elternratgeber berichtet habe. Dazu bei einem der nächsten Posts mehr.

Selbstverständlich gilt der Leitsatz „Weniger ist mehr“ theoretisch auch zu Hause. Das spart Platz und Geld. Und Streit. Denn wo nichts ist, kann man sich auch um nichts streiten, oder? 🙂 Aber natürlich sind auch unsere Kinderzimmer voll mit Zeug viagra remboursement qu. Und da ich, genau wie meine Jungs, gerne auf Flohmärkten nach Playmobilschnäppchen Ausschau halte, wird sich der Zustand wohl auch eher verschlechtern als verbessern. Aber ab und zu ist eine großangelegte Ausmistaktion sehr befreiend. Und die Toys Company freut sich immer über Spenden. Wir arbeiten daran… 🙂

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