Sankt Martin – moderne Version

Die Zeit der Martinsumzüge nähert sich in rasanten Schritten. Daher wird im Kindergarten auch fleißig das entsprechende Liedgut einstudiert. Allerdings haben diese jahrhundertealten Texte durchaus ihre Tücken. Teilweise sind die Begriffe komplett aus unserem Wortschatz verschwunden. Oder benutzt von Euch noch jemand das Wort „unverweilt“? Könnte ich mal wieder einführen. „Kinder, wenn ihr jetzt nicht unverweilt Eure Schuhe anzieht…“ Klingt doch gar nicht so schlecht.

Andere Wörter sind uns zwar bekannt, gehören aber nicht unbedingt zum alltäglichen, aktiven Wortschatz. Dass ein „Ross“ offenbar ein Pferd ist, haben sich die beiden Kröten noch zusammengereimt. Aber mit dem Ausdruck „der bittre Frost“ konnte Nr. 2 mal so gar nichts anfangen. Doch nach einem kurzen gedanklichen Scan des ihm zur Verfügung stehenden Vokabulars ist er wohl zu dem Schluss gekommen, dass er sich da einfach verhört haben muss, und hat die Textstelle sinnvoll neu besetzt.

Leider habt Ihr natürlich die Live-Performance von „Sankt Martin“ durch meine entzückende Nr. 2 verpasst. Aber stellt Euch einfach einen tanzenden und singenden Fast-Vierjährigen vor, der die zweite Strophe umgedichtet hat wie folgt:

Im Schnee saß, im Schnee saß,
im Schnee, da saß ein armer Mann,
hatt‘ Kleider nicht, hatt‘ Lumpen an:
„O helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der Ritter Rost mein Tod!“

Illustriert würde ich mir das etwa so vorstellen. (Mögen die Illustratoren mir verzeihen…)

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