Cake Pops – Das Grauen am Stiel

Der aktuelle Trend in der modernen Backstube heißt Cake Pops. In Anlehnung an den Begriff Lollipop versteht man darunter Kuchen am Stiel. Als eine Freundin mir davon erzählte, war mein erster Reflex: „Im Leben nicht!“ Da einem die Teile aber ständig über den Weg laufen, wollte ich jetzt doch mal wissen, was dran ist. Wäre ich doch bei meiner Meinung geblieben…

Um Cake Pops zu erhalten, muss man erstmal einen ordinären Rührkuchen backen. Dieser sollte gut abkühlen, bevor er weiterverarbeitet werden kann. Kaum, dass man den Kuchen fertig hat, wird er nämlich auch gleich wieder zerstört. In handliche Brocken zerrupft fand er seinen Weg in den Thermomix. Zwei Sekunden auf Stufe 5 genügten, um ihm den Rest zu geben. Schon an diesem Punkt hatte ich erste Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Unternehmung. Aber jetzt gab es ja auch kein Zurück mehr. Also wurden die Kuchenkrümel mit Frischkäse (10Sek. / St.4) zu einer Art Teig vermischt. Diese Kugel musste dann für 20 Minuten ins Gefrierfach. Aus dem kalten Teig habe ich etwa tischtennisgroße Kugeln geformt, einen Stiel reingesteckt und das Ganze wieder für eine gute Viertelstunde im Gefrierfach geparkt. Wer Cake Pops will, muss warten können…

In der Zwischenzeit konnte ich schonmal die Kuvertüre zerkleinern (10 Sek./St. 8) und schmelzen (4 Min. /40°C / St. 2). Und auch die lustigen bunten Streusel habe ich in ein Schüsselchen gefüllt, um dann anweisungsgemäß den ersten Cake Pop in die Kuvertüre zu tauchen. Und spätestens hier wurde es echt nervig. Der Teigklumpen drehte sich am Stiel, so dass ich die Kuvertüre nicht gleichmäßig auf der Kugel verteilen konnte. Wenn man die Bälle wirklich komplett in die Schokolade tauchen will, braucht man sowieso Unmengen davon. Und bis die erste Kugel einigermaßen abgetropft war, so dass ich sie zum Trocknen weglegen konnte, war auch die restliche Kuvertüre schon wieder fast hart. Auch das Wenden in den Streuseln ging nicht gut, denn hierbei wollte der Stiel genausowenig stillhalten.

Also Plan B. Ich habe die Kuvertüre nochmals schön erhitzt und die Bälle mithilfe eines Backpinsels mit Schokolade ummantelt. Das ging ganz gut. Und die Streusel habe ich auch einfach mit den Fingern drübergestreuselt. Das wird natürlich nicht besonders gleichmäßig – das war mir aber an dieser Stelle der Produktion schon reichlich egal. Zum Trocknen habe ich die Dinger auf ein Sieb gespießt und – mal wieder – gekühlt. Nach einer weiteren halben Stunde waren sie dann endlich fertig – und ich auch.

Kuvertüretropfen galt es von Arbeitsplatte, Kühlschrank und Boden zu kratzen. Streusel hatten sich in der gesamten Küche verteilt. Und die ständige Warterei auf das Abkühlen der Bälle ist auch lästig. Weil die Kunstwerke in warmen Räumen schnell weich werden, soll man sie sowieso im Kühlschrank aufbewahren und erst kurz vor dem Verzehr rausholen. Man kann sie also nach der ganzen Arbeit noch nicht einmal angeberisch mitten auf den Tisch stellen!!!

Ich fasse zusammen: Das nebenstehende Ergebnis hat mich Stunden gekostet, sieht schrecklich aus und muss mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Die Kinder fanden die Teile natürlich super, geschmeckt haben sie auch ganz gut… Aber im Prinzip hätte ich auch einfach die Kuvertüre über den formschönen Ursprungskuchen ziehen können, das Teil mit Streuseln bedecken und mit Schlagsahne servieren können. Wäre bestimmt auch lecker geworden und hätte nur halb soviel Dreck gemacht und nur ein Drittel der Zeit in Anspruch genommen. Aufwand und Wirkung stehen – jedenfalls bei meiner Backbegabung – in keinem Verhältnis. Und mein erster Reflex war genau richtig. Cake Pops? Im Leben nicht (nochmal)!

P.S. Die Stiele, die ich jetzt noch übrig habe, werden für Schokoladenlollies verwendet. Ich habe Silikonförmchen, die man mit geschmolzener Kuvertüre füllt und mit einem Stiel versieht. Wenn die Dinger abgekühlt sind, hat man reine Schokolade am Stiel. Extrem lecker, extrem schokoladig und das Ganze bei einem Zeitaufwand von ca. 7 Minuten! 🙂

 

 

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