Sind Mütter magnetisch?

Wie Ihr gemerkt habt, wurde mein Blog während unseres Urlaubs von amerikanischen Kredithaien gekapert. Diese Sicherheitslücke ist nunmehr geschlossen und das sollte nicht mehr passieren. Der Sinn solcher Aktionen erschließt sich mir irgendwie auch so gar nicht. Denn dass die entsprechenden Texte nicht von mir waren, habt Ihr vermutlich schon nach zwei Sätzen gemerkt. Aber offenbar fällt doch immer mal wieder jemand darauf rein, so dass sich für die Verantwortlichen der Aufwand lohnt. Merkwürdig. Die entstandene Verwirrung bitte ich zu entschuldigen. Und jetzt wieder zu den wichtigen Themen im Leben:

Physik gehörte nicht unbedingt zu meinen favorisierten Fächern. Die vier in der Oberstufe habe ich nur bekommen, nachdem ich meinem Lehrer versprochen hatte, dass ich sein Fach auf jeden Fall abwähle. Wahrscheinlich hatte er Angst, dass eine fünf von ihm meine Versetzung gefährden könnte und er mich dann doch noch ein weiteres Jahr an der Backe gehabt hätte. Wie auch immer – eigentlich weiß ich, dass es physikalisch nicht möglich ist, dennoch drängt sich mir der Verdacht auf, dass Frauen durch die Geburt eines Kindes automatisch magnetisch werden.

Kaum sind die Kröten geschlüpft, werden sie zum ersten Stillen angelegt. Sobald sie das Prinzip einmal verstanden haben, verwandeln sie sich beim Trinken in Blutegel. Ein Kindermund ist in der Lage ein derartiges Vakuum zu erzeugen, dass man damit auch gut Lebensmittel haltbar machen könnte. Oder man könnte die Kleinen während des Stillens einfach baumeln lassen, um sich in der Zwischenzeit zum Beispiel die Haare zu föhnen. Da ein solches Verhalten gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist und auch dem Erhalt des Bindegewebes nicht förderlich wäre, macht man es nicht. Aber es ginge, da bin ich sicher!

Hat man diese Phase überstanden tritt nahezu unmittelbar die so harmlos als „Fremdeln“ bezeichnete Anhänglichkeit ein. Gerade geht man noch locker mit dem Kind an der Hand spazieren, da kommt einem eine fremde (oder auch bekannte – das spielt im Grunde keine Rolle) Frau entgegen, die sich zu dem Kind beugt und sowas wie „Ach, Du bist aber ein Süßer!“ sagt. Und schwupp: das Kind klebt an der Mutter wie das Pech an der faulen Tochter im Märchen. Nicht einmal Gewalt bringt es dazu, den Klammergriff ein wenig zu lockern. Ein Kind, das sich am Bein der Mutter festklammert, wäre durchaus als Abschleppseil geeignet. Einen normalen Kleinwagen könnte man damit problemlos aus dem Graben ziehen.

Diese Phasen haben wir ja nun mittlerweile überstanden. Allerdings zeigt sich bei uns noch ein weiteres Phänomen, welches meine Magnetismustherorie erhärtet. Und wieder betrifft es nur mich. Männer scheinen nicht nur nicht magnetisch zu werden, sondern im Gegenteil eine Art Antipol aufzubauen, der verhindert, dass sich die Kinder in lästigen Situationen auch mal am Vater festtackern.

In weiser Voraussicht haben wir seinerzeit ein 4qm großes Bett angeschafft. Als wir dieses noch alleine benutzen durften, konnten wir uns nicht berühren, wenn jeder auf seiner Seite ganz außen lag. Mit der Geburt der Kinder war das vorbei. Es stellt sich nur die Frage, warum beide Kinder darauf beharren, möglichst eng bei MIR zu liegen. Bisweilen haben sich die Jungs schon in unserem Bett eingenistet, bevor wir überhaupt mal drin waren. Ich schiebe sie dann immer so weit nach außen, dass sich für mich in der Mitte eigentlich ein aureichend großer Spalt bietet, um dort zur Ruhe zu kommen. Doch sobald ich liege, robben sich die beiden heran, bis Ganzkörperkontakt erreicht ist. Im Schlaf. Ohne auch nur zu blinzeln. Wie kann das sein? Warum rollt nicht wenigstens einer mal versehentlich zu Schatz rüber? Der ist doch auch weich und warm. Aber nööö. Zack – magisch bzw. magnetisch von der Mutter angezogen. Während mein Mann auf seiner Seite relativ unbehelligt ein Schlümmerchen hält, habe ich inzwischen gelernt hochkant auf einem Raum von 20cm zu schlafen, denn ein Vier- und ein Fünfjähriger nehmen doch einigen Platz in Anspruch.

Ich will mal schwer hoffen, dass es bald als uncool gilt bei Mutter im Bett zu schlafen. Im Grund ist das ja – gerade im Winter – ganz kuschelig. Aber die Ausmaße, die die Jungs in den kommenden Jahren annehmen werden, machen mir doch ein wenig Sorge. Wir könnten natürlich das Bett auch rausräumen und das Schlafzimmer dafür ganzflächig mit Matzrazen auslegen. Oder ich rufe meinen alten Physiklehrer mal an und frage ihn, was man gegen ungewollten Magnetismus so machen kann.

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