Fastenzeit

Die offizielle Fastenzeit dauert zwar noch, aber meine persönliche ist beendet. Da ich Karneval und alles, was damit verbunden ist, großräumig umgehe, habe ich bereits am Karnevalssonntag mit dem Fastenprogramm begonnen. Aus einer Frauenzeitschrift, die mein Schatz unvorsichtigerweise vom Flughafen mitgebracht hatte, hatte ich mir ein kleines, zweiwöchiges Programm rausgerissen mit dem vielsagenden Namen „Detox-Diät“. Und sozusagen als Motivationshilfe hat sich Schatz auch bereit erklärt mitzumachen.

Das Ganze startete mit zwei Safttagen, an denen man nur Suppe und Saft zu „essen“ bekam. Kräutertee und Wasser durfte während der gesamten Zeit in unbeschränkter Menge eingefüllt werden. Darauf folgten sieben Tage, an denen es zwar wieder feste Nahrung gab, allerdings bestand diese ausschließlich aus Obst und Gemüse. Und dann waren noch fünf Tage zu bewältigen, an denen man wieder langsam an normale Nahrung herangeführt wurde. Ihr glaubt ja gar nicht, wie sehr man sich über eine simple Scheibe Brot zum Frühstück freuen kann! Dafür versprach die Zeitung mir aber, dass der Körper total entgiftet werde und anschließend wie neu sei. Ich war gespannt auf das Ende vom Lied…

Am Anfang unseres Experimentes stand jedoch der Einkauf. Solche Unmengen an Obst und Gemüse hatten wir noch nie im Haus. Alleine sieben Kilo Möhren waren dabei! Wir haben jede Ecke des Kühlschrankes gefüllt und dann trotzdem noch vier Kisten im Keller unterbringen müssen, um der Lage Herr zu werden. Sämtliche Fensterbänke waren mit Kräutertöpfchen vollgestellt und in unserem Kaffeeregal stapelten sich die Teepackungen. Das alles sollte in den kommenden neun Tagen verspeist werden? Ich war sprachlos. Aber um es gleich vorweg zu nehmen – es wurde auch alles verspeist. Denn Möhren machen nunmal nicht satt. Auch nicht, wenn man sieben Kilo davon hat.

Die ersten beiden Safttage waren zäh. Ich habe mal probiert, ob man auf Möhrensaft rumkauen kann, aber das Ergebnis war unbefriedigend. Die Obst- und Gemüsetage waren besser, denn immerhin konnte ich den ganzen Tag über an irgendetwas rumknabbern. Was allerdings eine wirklich harte Prüfung war, war die Vorbereitung des Essens für die Jungs! Es macht keinen Spaß Fischstäbchen zu braten und Pfannkuchen zu backen, wenn einen selber nur eine Pastinaken-Ingwer-Suppe erwartet.

Aber gut, dies liegt alles hinter uns. Ich habe durchgehalten und es hat – muss ich zugeben – gut getan. Dabei ging es mir nun nicht wirklich um Gewichtsverlust. Das eigentliche Ziel war der ca. 100. Versuch mit dem Rauchen aufzuhören. Das hat (bis heute) sehr gut geklappt, denn da ich den ganzen Tag damit beschäftigt war, entweder Essen vorzubereiten oder zu vertilgen, hatte ich gar keine Zeit, um mir über Zigaretten Gedanken zu machen. Es ist doch erstaunlich, wie der Körper in schlechten Zeiten Prioritäten setzt. 🙂

Und bei dieser Gelegenheit habe ich auch rausgefunden, dass doch einige Menschen in irgendeiner Weise fasten. Der eine meidet Fleisch, obwohl er sonst für ein Steak töten würde. Die nächste isst keine Süßigkeiten. Aber die originellste Fastenidee hatte definitiv eine gute Freundin! Zitat: „Wir machen Amazon- und Zalandofasten! Seit einer Woche war kein Paketbote mehr an der Tür!“ 🙂

Letzten Sonntag gab es bei uns natürlich ein kleines Festessen als Belohnung für zwei Wochen darben. Die Jungs hatten mein zwischenzeitliches Essverhalten relativ ungerührt zur Kenntnis genommen, denn sie sind bisweilen seltsames Verhalten von ihrer Mutter gewöhnt. Aber natürlich entging es ihnen nicht, dass ich nun auch wieder Rührei zum Frühstück, Kuchen zum Kaffee und Steak zum Salat zu mir nahm. Meine Bemerkung, dass es doch schön sei, dass wir jetzt wieder alle zusammen essen könnten, kommentierte Nr. 1 wie folgt: „Och, als wir das ganze leckere Essen für uns hatten, war auch schön.“ 🙂

 

 

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