Sammelsüchtig

Ich bin ein Messi! Doch, so muss man es wohl nennen. Ein Ideen- und Inspirationenmessi! Niemals im Leben werde ich alle die Ideen in die Tat umsetzen können, die ich so anhäufe. Hier finde ich ein Rezept, das sich lecker anhört und das ich unbedingt mal ausprobieren muss. Dort sehe ich eine schöne Dekoidee, die ich mir auch bei uns zu Hause vorstellen könnte. Bastelvorschläge kann man auch nie genug haben. Und von den ganzen Näh-, Häkel- und Strickanleitungen will ich mal gar nicht erst reden.

Meine Familie ahnt schon immer Böses, wenn ich an einem Zeitschriftenregal stehenbleibe. Leider werden die Zeitungen, die ich unbedingt kaufen muss, auch relativ gesehen immer teurer, denn die Jungs verlangen inzwischen, dass ihnen dann auch eine Zeitschrift zustehe. Wer Kinder hat, weiß, wie teuer diese Dinger sind!

Aus der Verwandtschaft werde ich zum Glück auch reichlich mit Nachschub bedacht. Und ganz sicher gibt es irgendeinen Artikel, den ich rausreißen und aufbewahren muss, weil ich die dort vorgestellte Idee irgendwann mal in die Tat umsetzen will. Ich muss mich immer sehr konzentrieren, wenn ich Zeitschriften aus der Stadtbibliothek in den Händen habe, denn die Gefahr ist groß, dass ich in einem unüberlegten Moment – zack – eine Seite rausreiße.

Die Stadtbibliothek ist auch so eine Sache. Während die Jungs in den Kinderbüchern stöbern, habe ich natürlich viel Zeit, um die Regale abzulaufen. Und oft, sehr oft, stolpere ich dann über ein Bastelbuch oder ein Kochbuch oder beides. Die Gartenzeitschriften und Selbermacherjournale nehme ich auch gerne mal mit.

Inzwischen habe ich in der Küche eine ziemlichen Berg mit Rezepten angehäuft. Auf dem Schreibtisch stapeln sich die Zettelchen mit Websites, die ich mir anschauen will, weil ich dort weitere Basteltipps vermute. Im Nähzimmer lagern jede Menge Schnittmuster und sonstige Anleitungen und warten auf Verwirklichung.

Es ist nun auch nicht so,Türrahmen dass ich nicht ständig etwas nacharbeiten würde, aber man hat eben sehr viel schneller die Strickanleitung für die Jacke aus der Zeitung gerissen als sie tatsächlich nachgestrickt. Und da ich ein Widder bin, lasse ich mich auch schnell mal vom Weg abbringen. Und genau hier liegt das Problem. Eines schönen Tages hatte ich mir zum Beispiel überlegt, dass es bestimmt toll aussähe, wenn ich mal die angemackte Zarge im Durchgang im Erdgeschoss abschliffe. Kurzerhand hatte ich da das Schleifgerät aus dem Keller geholt, den Mundschutz aufgesetzt und losgelegt. Es könnte auch bestimmt richtig toll aussehen, wenn es jemals fertig wird. Zwischendurch hatte ich natürlich diverse Zeitschriften in der Hand und habe mich in den Weiten der Blogs verloren. Und natürlich bin ich dort auf viele schöne Ideen gestoßen, die man unbedingt mal nachmachen sollte.

Und da sich Widder nicht gerade durch Geduld auszeichnen, kommt es manchmal vor, dass ein langwieriges Projekt (wie zum Beispiel Türrahmenschleifen) ruht und stattdessen ein anderes zwischengeschoben wird. Neulich musste ich beispielsweise dringend die Schränke der Verwandtschaft auf ausgediente Krawatten durchforsten, weil ich daraus lustige Schlagen nähen wollte.

Mein Schatz guckt bisweilen etwas ängstlich, wenn er von mir Fragen hört wie „Brauchst Du das hier noch?“ oder „Kannst Du aus dem Keller mal die Bohrmaschine mitbringen?“ oder „Könnten wir mal eben in den Baumarkt/Bastelladen/zum Stoffmarkt fahren?“

Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn die meisten Projekte eben nicht in die Tat umgesetzt werden, sondern nur den Stapel der Zeitungsausrisse wachsen lassen. Beim Sortieren einer Kiste, in der die Winterausrüstung der Jungs steckt, musste ich nämlich feststellen, dass jeder von ihnen eine große Sammlung von Mützen hat – genäht und gestrickt, bunt und uni, mit Applikation und ohne, mit Bommel oder Umschlag… So eine Mütze ist klein, gut verstaubar und erfüllt eine sinnvolle Funktion. Das kann man nicht von allen Ideen behaupten, die mir so quer kommen.

Aber was soll’s?! IKrawattenschlangergendetwas sammelt doch jeder, oder nicht? Und oft sind die Ergebnisse dieser Sammelwut gar nicht so schlecht. Die Krawattenschlagen sind zum Beispiel super geworden! Und morgen oder nächste Woche mache ich dann auch am Türrahmen weiter. Falls nichts dazwischen kommt… Ihr werdet es ja erfahren. 🙂

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