Darf man (sich) nun prügeln oder nicht?

Meine Kinder erinnern mich oft an kleine Löwen. Ineinander verkeilt rollen sie über Boden oder Bett – und immer haarscharf an der Treppenkante vorbei – quer durchs Zimmer und geben seltsame Laute von sich. Für mich ist es bisweilen schwer zu unterscheiden, ob es unterdrückte Schmerzensschreie oder glucksende Lacher sind. Daher habe ich schon manchen Kampf beendet, der sich als Kitzelattacke herausstellte. Natürlich unter dem lauten Protest der Jungs, die ja „gaaaar nichts“ gemacht haben! Dann wieder dachte ich sie spielen und plötzlich stand einer (oder beide) heulend vor mir. „Der hat gehauen / geschubst / getreten / gekniffen / mir an den Haaren gezogen!“ Puuuhhh… Anstrengend. Also für die Eltern. Die Löwenbabies schütteln sich kurz und bauen zusammen mit Lego. Natürlich einträchtig und als wäre nichts passiert.

Offensichtlich kämpfen Kinder – Jungs besonders und zwar in jeder Altersstufe. Jedenfalls wurde mir das von betroffenen Miteltern so bestätigt. Gut. Können sie von mir aus ja auch, aber wie gehe ICH mit der Sache um? Was ist erlaubt, was nicht? Wann schreite ich ein, wann sollen die Kinder das selber regeln? Um mal irgendwo anzufangen habe ich einige Regeln aufgestellt. Gekämpft wird Mann gegen Mann und ohne Waffen. Dazu zählen auch Pappschwerter und Staubwedel. Liegt einer am Boden, röchelt im Schwitzkasten oder ergibt sich, hört der andere sofort auf. Kämpfen bedeutet zudem eigentlich eher Ringen. Hauen, Treten, Beißen, Stechen usw. sind verboten.

Ja, das klingt einfach und wurde von den Jungs auch erstmal so hingenommen. Natürlich hatten sie die Regeln nach 87 Sekunden komplett vergessen. Nachdem ich sie noch gefühlte 1000 Mal an die Regeln erinnert hatte, haben sie diese jetzt auch einigermaßen verinnerlicht. Allerdings nur für Spaßkämpfe. Wenn es wirklich um etwas geht, zum Beispiel um die wichtige Frage, wer das Playmobilmännchen Nr. 128 zuerst hatte und ob es gerecht ist, wenn dieses fünf Gewehre hat, gelten andere Regeln.Und zwar:

Regel Nr. 1: Stoße einen Wutschrei aus, bevor Du Dich auf den Gegner wirfst.
Regel Nr. 2: Ansonsten gelten keine Regeln.

Und an dieser Stelle bin ich immer etwas ratlos. Denn eigentlich müsste ich jetzt eingreifen und blöde Sprüche ablassen. Sowas wie: „Wir schlagen uns nicht. Wir haben einen Mund zum Reden.“ Aber im Stillen denke ich oft, dass irgendwann auch mal genug diskutiert ist. Und wenn mein Bruder mir seinerzeit das Männchen weggenommen hätte, dann hätte es eben auf die Fre… äh Nase gegeben!

Und ich kenne auch das Gefühl, wenn man rot sieht vor Wut. Jetzt habe ich den Jungs aber 35 Jahre Lebenserfahrung voraus und kann dieses Gefühl mit Mühe und Not kontrollieren. Aber das kann man von Kindergartenkindern doch wohl kaum verlangen. Was also tun? Sobald ich sie trenne, richtet sich lediglich ihre Wut auf mich, denn irgendwo muss sie ja hin. Warum sie nicht zuschlagen dürfen, wenn man sie ärgert, haben sie natürlich nicht verstanden. Nur gelernt, dass sie sich besser leise prügeln, damit ich es nicht mitkriege.

Lasse ich sie also die Sache alleine austragen? Bis aufs Blut? (Und das meine ich an dieser Stelle durchaus wörtlich.) Nun sind sich meine Jungs körperlich ebenbürtig. Aber was ist, wenn Kleinere oder Größere mit dabei sind? Was, wenn ein Gastkind ständig anfängt? Da muss man sich doch wehren dürfen? Oder? Ich hatte meinen Kindern gesagt, sie sollen sich bei mir Hilfe holen, wenn es ein Problem gibt. Die Masche funktioniert aber auch nicht und ist wohl ab der Einschulung als Lösungsansatz auch komplett indiskutabel, da man dann als Petze gilt, wie mich eine Freundin wissen ließ.

Komplizierte Sache! Was macht eigentlich eine Löwenmutter, wenn die Kleinen über die Stränge schlagen? Ich vermute, dass sie mit ihrer Riesenpranke einmal drüber haut, dass die Erde bebt, und dann ist Ruhe im Karton viagra vente libre belgique. Mit Reden ist bei Löwen ja eher schwierig. Und wenn das im Tierreich als adäquate Lösung durchgeht…. Ich glaube, ich probiere es mal. 😉

 

 

 

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