80er-Nostalgie

Jetzt ist tatsächlich seit dem letzten Beitrag auf dieser Seite so viel Zeit vergangen, dass ich mein eigenes Passwort vergessen hatte! Aber es ist eben echt viel passiert. Da sich das unmöglich aufarbeiten lässt, fange ich mal mittendrin an.

Nr. 1 wurde zwischenzeitlich eingeschult. Inzwischen läuft es super. Beim Kind lief es auch von Anfang an super, nur der Chef war etwas überfordert. Die Koordination der unterschiedlichen Anfangszeiten der Kinder war schon ein Auftrag. Und noch viel schwieriger war es, dem jeweiligen Kind die richtigen Dinge am richtigen Tag in die richtige Tasche zu packen. Der eine braucht jeden Tag Obst am Stück. Der andere bekommt aber an drei Tagen in der Woche Obst in der Schule. Dann muss er also gar keines mitnehmen. Wenn er welches braucht, dann aber nicht am Stück, sondern schön zerkleinert im Döschen. Da wird man als Mutter doch wohl mal verwirrt sein dürfen und alles durcheinander bringen! Auch das Mittagessen in der Schule kann Tücken haben. So hatte Nr. 1 zwar an einem Tag Essen dabei, nicht aber Besteck. Und wenn er nicht immer selber daran denken würde, hätte er auch öfter mal kein Sportzeug dabei gehabt.

Aber was soll’s? Dennoch hat das große Dings schon sehr viel gelernt. Er kann jetzt den Stinkefinger zeigen, diverse Karatetricks, Rülpsen und „Ey, Alter!“. Zudem ist er ausgezeichnet beim Kickern und beim Kaiserschießen. Nr. 2 war über dieses Spiel übrigens etwas verwirrt und wollte wissen, ob man das mit Pistolen spielt. 🙂

Wie Ihr seht, lernt man in der Schule tatsächlich wichtige Dinge fürs Leben. Als zusätzlichen Stoff habe ich den Kindern noch die Relativitätstheorie nahe gebracht. Damit kann man schließlich nicht früh genug anfangen. Was man hat, das hat man.
So sind nun zwei Minuten theortisch natürlich immer 120 Sekunden. Allerdings sind zwei Minuten Zähneputzen eine relativ lange Zeitspanne. Zwei Minuten am Computer spielen hingegen ist relativ kurz. Und 24 Tage auf Weihnachten warten ist in Minuten gar nicht auszudrücken und daher unfassbar relativ unendlich lang.

Und dann durfte ich noch feststellen, dass es auch heutzutage noch „die gute alte Zeit“ gibt. Nr. 1 kam nämlich vorgestern aus der Schule, klingelte Sturm und als ich die Tür öffnete, schob er mir nur den Tornister in den Flur und rief: „Mama, L und M warten auf mich! Wir gehen auf den Spielplatz! Darf ich? Super! Tschüss!“

Häh? Ich war überfordert. Wie jetzt? Kinder draußen und ohne Eltern? Einfach so? Nun handelt es sich bei L und M um zwei Mädchen, die bereits in die dritte Klasse gehen, die Nr. 1 noch aus dem Kindergarten kennen und die mein volles Vertrauen genießen, da sie auf keiner meiner geheimen Raufbold-Listen stehen. Daher beschloss ich entspannt zu bleiben und  abzuwarten. Und da klingelte es auch schon wieder. Diesmal standen L und M gleich mit vor der Tür und wollten wissen, wann Nr. 1 denn wohl zu Hause sein müsste. Das hätten sie jetzt ganz vergessen zu fragen. Was antwortet man da als ordentliches Kind der 70er? „Wenn es dunkel wird!“

Nun teilte mir die Bande mit, dass sie nun noch kurz zu Ms Mutter müssten, weil die auch noch nicht informiert sei über den Verbleib ihrer Tochter. Aha. Zwei Stunden später war mein Großer wieder da – rotbäckig, verschwitzt und glücklich. Er hätte sofort als Werbeträger für Sanostol eingesetzt werden können. Und ich bin begeistert über dieses Revival der 80er. Dass es auch heutzutage möglich ist, dass Kinder sich einfach mal spontan verabreden, weil sie halt gerade zusammen von der Schule nach Hause schlendern und sonst nichts vor haben. Dass sie kein Handy dabei haben und tatsächlich den Eltern persönlich Bescheid sagen, dass sie noch was draußen sind. Und dass ich als Mutter diesen Satz mal sagen durfte: „Komm rein, wenn es dunkel wird.“ Ehrlich, wer hätte das gedacht??? Da wird einem doch ganz weihnachtlich. 🙂

Ein Kommentar zu „80er-Nostalgie

  1. Hallo Leonie,
    wieder nen schöner, netter Bericht aus dem Leben.
    Muss schmunzeln, auch übers Sanostol 😉

    Schöne Weihnachten wünsche ich an Nummer 1,2, unbekannter Weise Nr.3 und natürlich Dir!!

    Hick-Hack—-

    Olli

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