Zero Waste – Tag 27

Heute geht es mal um Klamotten. Die sogenannte Fast Fashion umgibt uns überall und lockt mit günstigen Preisen. Aber der moralische Preis und der Preis, den die Umwelt dafür zahlt, sind enorm hoch. Das geht los mit unglaublich schlechten Arbeitsbedingungen für die Menschen, zieht sich über die schädlichen Stoffe, die durchs Färben etc. ins Wasser gelangen und endet irgendwo bei sehr weiten Transportwegen. Was also tun?

Es gibt inzwischen viele Hersteller von Biokleidung, die zu fairen Bedingungen hergestellt wird. Diese ist logischerweise nicht gerade preiswert. Beides geht einfach nicht. Die Frage ist aber, ob wir wirklich ständig neue, modische Sachen benötigen. Neulich habe ich einen Bericht gelesen von einer Frau, die 14 Tage lang immer mit Jeans und einem schwarzen Pulli herumgelaufen ist. Sie hat das Outfit mit Ketten oder Tüchern variiert. Und es ist keinem aufgefallen. Noch nicht einmal der eigenen Familie. So schlug sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie musste weniger Geld ausgeben für Kleidung und hat jede Menge unbezahlbare Lebenszeit gespart, weil nicht mehr shoppen gehen und morgens nicht mehr überlegen muss, was sie wohl anziehen soll. Dieser Gedanke gefällt mir sehr.

Ich habe vor einiger Zeit meinen Kleiderschrank rigoros ausgemistet. Und jetzt ist er halt nur noch halb voll. Macht aber nix. Die Sachen, die noch da sind, trage ich im Wechsel und komme damit wunderbar zurecht. Gelegentlich leiste ich mir ein neues Teil. Wobei ich leidenschaftlich gerne nähe und mir oft die Garderobe selbst schneidere.

Wenn ich shoppen gehe, kaufe ich meine Kleidung fast immer second hand. Das habe ich schon als Teenager aus Geldmangel gemacht und habe immer noch Spaß daran, Schnäppchen zu machen. (Für Wuppertaler kann ich dafür wärmstens den Laden „Stoffwechsel“ empfehlen. Da er zum alpha e. V. gehört, ist er nicht primär auf Gewinn aus und bietet unschlagbare Preise. – Und das sage ich nicht nur, weil ich auch bei diesem Verein arbeite. 🙂 )

Sehr zufrieden bin ich auch mit dem Online-Handel „UBUP“. Dort bekommt man Markenkleidung zu guten Preisen. Die Beschreibung und die Fotos sind sehr aussagekräftig, so dass man nicht die Katze im Sack kauft. Und falls das Kleidungsstück doch nicht passt oder gefällt, kann man es zurückschicken.

Und warum machen wir es nicht einfach mal wie früher? Ich habe mit meiner besten Freundin ständig Klamotten getauscht. Dadurch verdoppelt sich die Habe. Und gerade bei Sachen, die nicht für jeden Anlass geeignet sind, lohnt es sich, wenn man sich ein Teil kauft, das beiden gefällt, und sich beim Tragen abwechselt.

Ein weiteres Problem bei Sport- und Outdoorkleidung ist zusätzlich das Material. In der Regel handelt es sich um Kunstfasern. Und diese sind vor allem deshalb problematisch, weil sie bei jedem Waschgang feinste Partikel ins Wasser abgeben. Ähnlich wie Mikroplastik in Kosmetik. Natürlich will ich jetzt nicht darauf heraus, dass Sportler wieder in baumwollenen Hosen trainieren sollen. Aber vielleicht kann ich Euch auch da sensibilisieren. Reichen nicht zwei Teile? Muss es wirklich das achte Top fürs Fitnessstudio sein?

Der Auftrag für heute: Schaut mal in Eure Schränke. Was Ihr nicht mehr braucht, könntet Ihr verkaufen oder verschenken. Das ist ungemein befreiend! Und bevor Ihr das nächste Kleidungsstück kauft, prüft, ob Ihr es überhaupt braucht. Falls ja, könnt Ihr es second hand bekommen? Falls nein, dann will ich Euch nicht den Spaß am Shoppen verderben. Aber vielleicht gibt das Budget es her, dass Ihr die Billigläden meidet?

Bis morgen!

 

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