So, das heutige Thema hatte ich schon einmal im Blog besprochen. Leider ist der Artikel dem Hacker zum Opfer gefallen. Weil damit aber bei uns alles begann, möchte ich nochmal dazu schreiben. Die Rede ist von meinen Gemüsesäckchen.

Als wir eines schönen Tages in unserer Ferienwohnung ankamen, hatten wir Hunger und sind kurzerhand zum örtlichen Discounter gedüst. Dort hat sich jeder von uns einen Fertigsalat aus der Kühlung geklaubt. Nachdem ich die Pracht ausgepackt und auf Teller verfrachtet hatte, befanden sich in unserem Müll: 4 Papiermanschetten, 4 Plastikbehälter, 4 Plastikgabeln, 4 kleine Plastikbehälter, in denen Käse bzw. Croutons gesteckt hatten, 4 Plastiktüten vom Dressing. Ein gelber Sack war quasi voll. Das war kein schöner Anblick. Außerdem hätte ich den Salat auch frisch machen können in der Zeit, die ich gebraucht habe, um das ganze Zeug auszupacken.

Das war mein persönliches Schlüsselerlebnis. So wollte ich das in Zukunft nicht mehr machen.

Noch am gleichen Abend habe ich mich auf Facebook und im Netz umgeschaut und diverse Gruppen, Artikel und Links zum Thema „Plastikfrei leben“ und „Zero Waste“ gefunden, die mich wirklich fasziniert haben und meinen Nerv getroffen. Ich war sowieso schon Feuer und Flamme und am nächsten Morgen haben wir als Familie das Thema besprochen und beschlossen, dass wir ab sofort so wenig Plastik wie möglich kaufen möchten. Damit war aber auch direkt klar, dass unser Einkauf nie wieder im Discounter stattfinden würde. Dafür schlenderten wir entspannt – im Urlaub hat man ja Zeit für sowas – in den nächsten Supermarkt. Schatz und Nr. 1 machten sich auf die Suche nach Nudeln im Pappkarton und nach Ketchup und Senf im Glas. Nr. 2 und ich enterten die Gemüseabteilung. Jetzt hatten wir zwar einen Plan, waren aber irgendwie unvorbereitet. Die Ware einfach lose auf die Waage zu legen, ging ja problemlos. Aber wohin mit den Klebeetiketten? Wir haben sie am Ende alle auf einem Kräutertopf gesammelt, der leider in eine Plastikmanschette gewickelt war. Kann ja nicht gleich alles perfekt sein! Wirklich Schwierigkeiten hatten wir mit kleinteiligen Dingen. Ich weiß schon gar nicht mehr, was es genau war. Kirschen vielleicht oder Kirschtomaten oder sowas in der Art. Aber Nr. 2 hatte auch der Ehrgeiz gepackt. Aufgeben war keine Option. Also haben wir tapfer eine Pyramide auf der Waage gebaut und mächtig den Verkehr aufgehalten. Diverse entnervte Kunden sind zu einer anderen Waage gewechselt, weil sie sahen, dass es bei uns noch eine Weile dauern würde 🙂 Am Ende waren wir sehr stolz auf unser Werk. Aber auf Dauer konnte das so natürlich nicht bleiben.

Jetzt wird es niemanden überraschen, dass im heimischen Fundus noch ungefähr drei Kilometer Tüll lagerten. Das war die Deko auf unserer Hochzeit, die ja auch ein paar tausend Tage her ist. Aber schon meine Oma sagte immer: „Wer weiß, wofür es mal gut ist.“ Zwar in anderem Zusammenhang, aber egal. Dieser Tüll hatte jetzt seinen großen Auftritt. Denn er ist leicht und durchsichtig. Beides Eigenschaften, die wichtig sind. Durchsichtig finden die Verkäuferinnen gut, denn die müssen Baumwoll- oder Leinenbeutel auf ihren Inhalt prüfen. Könnte ja auch noch ein goldener Löffel drin versteckt sein. Dass das Material leicht ist hingegen, ist mir wichtig. Ich will ja nicht das Gewicht der Verpackung mitbezahlen.

Als Verschluss nehme ich die Klammern, mit denen man Gefrierbeutel zumachen kann. Davon habe ich geschätzte 50 Stück in der Küchenschublade. Soviele habe ich noch nie gebraucht, aber jetzt – so ohne Gefrierbeutel im Einsatz – sind sie komplett überflüssig. Auf dem Foto seht ihr, wie schmuck das ausschaut. Und die Klebeetiketten kann man auch noch wunderbar darauf befestigen.

Ich habe schon unglaublich oft von Kassiererinnen und anderen Kunden gehört, dass das ja mal eine coole Idee sei. Die paar Beutel, die ich mir genäht habe, halten inzwischen schon etwa ein halbes Jahr.

Wer nicht nähen kann oder will, kann auch einfach Wäschebeutel nehmen. Ihr wisst schon: die für Socken oder Unterwäsche. Der einzige noch verbleibende Stolperstein ist jetzt, die Teile beim Einkauf nicht zu vergessen. Denn dann heißt es wieder Pyramiden bauen. 🙂

Bis morgen!

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