Kümmern wir uns mal um Biomüll. Das führt uns über Umwege zur Vermeidung von Pastikmüll. Allerdings nur dann, wenn wir ihn nicht in der Biotonne entsorgen. Denn dann ist er ja weg. Wer jetzt aber nicht die Möglichkeit hat, im Garten einen Komposthaufen anzulegen, dem seien hier zwei Alternativen ans Herz gelegt.

Zunächst wäre da mal die Wurmkiste. Auf dem Foto seht Ihr das Starterkit dazu. Unter anderem ein paar Kilo Kompostwürmer. 🙂 Die kamen tatsächlich mit der Post. Ein bisschen schräg, aber es hat ihnen offenbar nicht geschadet, denn in meinem Keller tummeln sich die fröhlichen Nachkommen dieser ersten Wurmfamilie. Sie vermehren sich rege und zerlegen meinen Biomüll. Wohnen tun sie zwar im Keller, aber natürlich schön geordnet in einem mehrstöckigen Häuschen. Es sieht in etwa so aus. Ich benutze diese Wurmfarm schon seit etlichen Jahren. Sie braucht ein Minimum an Pflege. Regelmäßige Futtergabe in Form von Küchenabfällen, zwischendurch mal eine Kelle Kalk wegen der Mineralien und ansonsten einen schattigen Platz und Ruhe. Zur Feuchtigkeitsregulierung soll man Papier oder Pappe zugeben. Das nutze ich gleich noch zur Aktenvernichtung. 🙂 Ich shreddere meine Dokumente, von denen ich nicht möchte, dass sie ins Altpapier gelangen. Arztberichte oder Beitragsrechnungen von Versicherungen zum Beispiel. Die Papierfetzen kriegen dann die Würmer und meine persönlichen Daten sind nach kürzester Zeit unkenntlich. Perfekt.

Die Würmer verwandeln die Abfälle in feine Muttererde und gleichzeitig entsteht noch der sogenannte Wurmtee. Das ist Flüssigkeit, die beim Zersetzen anfällt. Diese zapfe ich an dem dafür vorgesehenen Hahn ab, verdünne sie mit Wasser und dünge damit meine Pflanzen. Die Kiste stinkt nicht. Der frisch gezapfte Tee riecht allerdings nicht so gut. Der Geruch verfliegt aber ganz schnell und die Blumen gedeihen damit unglaublich gut. Sobald die untere Etage der Wurmfarm zu Erde geworden ist, nehme ich sie raus, lasse die Erde an der Luft etwas trocknen und benutze sie dann als Pflanzerde oder harke sie in die Beete ein. Den geleerten Behälter stelle ich oben wieder drauf und so dreht sich das Ganze immer im Kreis.

Kompostwürmer sind übrigens eine andere Art als die Regenwürmer im Garten. Nur für den Fall, dass Ihr schon den Eimer in der Hand habt, um diese einzusammeln.

Nachteil an der Sache ist, dass die Würmer nicht alles mögen. Zitrusfrüchte, Bananenschalen und Zwiebelschalen sind nicht so ihr Ding. Und an Eierschalen haben sie recht lange zu tun. Die sind immer noch am Stück, während der Rest schon schöne Erde ist. Darum gebe ich die auch in die Biotonne.

Doch auch dafür gibt es eine Alternative, nämlich den Bokashi-Eimer. Der arbeitet mit Mikroben und Fermentierung. Auch hierbei fällt Flüssigkeit an, die als Dünger genommen werden kann. Die Erde ist schneller fertig als in der Wurmfarm und er nimmt auch weniger Platz weg. Man kann ihn wohl in der Küche oder auf dem Balkon bequem hinstellen. Auch bei dieser Methode muss man keine Sorge haben, dass alles verfault stinkt. Dem ist nicht so. Wir haben keinen Bokashi, aber ich liebäugele damit, weil er nämlich einen unschlagbaren Vorteil hat. Man kann dort auch gekochte Speisereste und Fisch und Fleisch kompostieren. Das geht weder auf dem herkömmlichen Kompost noch in der Wurmkiste. Die sind nur für organische und ungekochte Abfälle geeignet. Daher werde ich wohl bald die Würmer durch Bokashi ergänzen.

Auch hier gibt es wieder einen Nachteil, denn das, was man aus dem Bokashi entnimmt, ist noch keine fertige Erde. Es muss erst noch vererdet werden. Dazu sollte man es in Erde eingraben, wo dann der abschließende Prozess abläuft. Wer nur einen Balkon hat, müsste also irgendwo einen Bottich mit Erde unterbringen können. Wen das Thema interessiert, kann sich hier schlau machen.

Kommen wir zurück zur Plastikvermeidung. Über einen großen Umweg vermeiden wir durch Kompostieren in welcher Form auch immer, dass wir Blumenerde (im Plastiksack) kaufen müssen oder Dünger (in der Plastikflasche). 🙂 Dazu kommt, dass der Dünger oft synthetisch ist und die Blumenerde mit Zusatzstoffen versetzt. Da lob ich mir doch die natürlichen, alten Methoden. Und im Sommer, wenn die Sonne auf die Biotonne knallt, bin ich froh, dass in unserer nicht ganz so viel drin ist, denn die fängt dann wirklich an zu stinken.

Also der Auftrag für heute: Schaut mal, ob Ihr Platz für irgendeine Form der Kompostierung findet. Das macht Spaß und spart auch wieder ein bisschen Müll und Geld.

Bis morgen!

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