So kurz vor Ende unserer gemeinsamen Fastenzeit habe ich noch ein intimes Thema im Gepäck. Denn heute geht es um Klopapier. 🙂

Mal abgesehen von der Plastiktüte, in die es verpackt ist, erzeugen wir ja auch damit Müll. Natürlich ist es so, dass Papier ganz gut verrottet. Aber ähnlich wie beim Altpapier finde ich, dass es trotzdem besser ist, gar nicht erst Müll zu verursachen. Herkömmliches Toilettenpapier ist nicht recycelt. Es werden also Bäume dafür geschlagen, es muss produziert und transportiert werden. Der Energieverbrauch ist also in Summe recht hoch. Doch irgendwie müssen wir uns ja reinigen. Dafür gibt es diverse Möglichkeiten, die ich Euch hier mal vorstellen will.

Wir könnten Recyclingpapier kaufen. Das ist in Plastik verpackt, dafür ist das Papier eben wiederverwertet. Leider ist die Nachfrage danach nicht besonders groß. Wahrscheinlich gefällt uns die graue Farbe nicht? Alternativ gibt es auch Bambuspapier. Das kommt ohne Plastik aus, denn es wird im Pappkarton geliefert. Leider wächst der Bambus dafür in Asien, was die Ökobilanz deutlich verschlechtert. Allerdings wächst Bambus viel schneller als ein Baum. Das wiederum ist ein Argument dafür. Außerdem ist das Papier so schön weich. 🙂 Da müsst Ihr für Euch entscheiden, was Ihr schlüssig findet bzw. wo die Priorität liegt.

Wenn wir aber Müll in jeder Form vermeiden wollen, muss unsere Toilettenroutine ganz anders laufen. Die älteste Methode ist ganz einfach: Wasser. Das ist billig und hat den Vorteil, dass man damit die Rückstände nicht verwischt, sondern wirklich entfernt. Es gibt ja auch nicht umsonst feuchtes Toilettenpapier. Das darf auf keinen Fall in der Toilette entsorgt werden. Aber wohin dann damit? Im Mülleimer möchte ich das nicht liegen haben. Und genausowenig möchte ich jedes Tüchlein immer direkt in die Tonne bringen. Aber sauberer fühle ich mich mit den Tüchern schon. Ich musste also eine Lösung finden, mit der ich Wasser an den Po kriege, ohne dabei Müll zu verursachen. Und natürlich sollte das Ganze für mich und gleichermaßen für die Brut praktikabel sein. Hier kommen die Optionen:

Es gibt Brausen mit und ohne Wasseranschluss, die man hierfür nutzen kann. Abgesehen davon, dass die Jungs garantiert lustige Wasserschlachten machen würden, ist auch mir persönlich das einfach zu nass. Entfällt für uns also.

Waschlappen oder Stofftücher wären da schon praktikabler. Die kann man anfeuchten, benutzen und dann waschen. Allerdings fangen die leider an zu riechen, selbst wenn es sich nur um Pipi handelt. Auch irgendwie keine Idee, die mich glücklich macht.

Nach längerem Grübeln kam mir dann der Gedanke Schwämme zu benutzen. Die feuchte ich an, benutze sie und spüle sie aus. Wenn es sich nur um Pipi gehandelt hat, benutze ich sie auch weiter. Ansonsten steht im Bad ein Korb (aus Plastik, wegen der leichteren Reinigung 😉 ), in dem ich die Schwämme sammle, die in die Kochwäsche kommen. Mit dieser Methode komme ich seit nun einem guten halben Jahr wunderbar zurecht. Ich fühle mich sauber, was mal das Wichtigste ist. Was heißt, ich fühle. Ich BIN sauber! Außerdem kosten die Schwämme kaum Geld. Durch die Struktur haften an ihnen keine Rückstände, wenn ich sie auswasche. Daher riecht es in unserem Bad auch weiterhin nach Gänseblümchen und nicht nach Pumakäfig. Ich schwör! Und zuguterletzt erzeuge ich keinen unnötigen Müll. Die Schwämme vom Foto sind in Plastik verpackt. Ja, stimmt. Das war mein erster Versuch. Inzwischen habe ich mir sagen lassen, dass man die im Reformhaus auch mit Pappmanschette bekommt. Für den ersten Test habe ich damals einige Pakete verschiedener Marken gekauft. Eine davon liegt, wie Ihr seht, immer noch unbenutzt im Schrank. Das zeigt Euch, wie langlebig die Teile sind. Trotz Dauerbenutzung und heißer Waschtemperatur. Aber irgendwann werden die Schwämme natürlich mal um sein und müssen entsorgt werden. Und wo? Auf dem Kompost! Tätää! Sie sind nämlich aus Zellulose und vollständig biologisch abbaubar.

Ich bin von meiner Idee schwer begeistert. Mit einem Freund überlege ich schon, ob wir die Teile nicht irgendwie gewinnbringend vermarkten können. 🙂 Falls Ihr jetzt überlegt, wo der Haken an der Sache ist, dann kann ich nur sagen, dass es keinen gibt. Die Sache ist praktisch, billig, auch für kleine Kinder handhabbar, ökologisch sinnvoll und hygienisch unbedenklich.

Auftrag an die Zweifler: Manche Ideen müssen reifen. Also bevor Ihr „ihhh“ ruft und dem Ganzen gar nicht erst eine Chance gebt, bitte ich Euch, den Gedanken, dass ein Leben ohne Klopapier möglich und sinnvoll ist, ein paar Tage im Herzen zu tragen. So ein Paket Schwämme kostet nicht viel und wenn Ihr feststellt, dass das nicht Euer Ding ist, dann nehmt Ihr sie eben zum Putzen. Und denkt dran: später in die Biotonne oder auf den Kompost oder in die Wurmkiste werfen!

Allen Freunden sei gesagt: Auf der Gästetoilette wird es weiterhin Klopapier geben. Auf besonderen Wunsch würde ich aber auch Schwämme verteilen. 🙂

Bis morgen!

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