Heute geht es mal wieder um die Vermeidung von unnötigem CO2-Ausstoß. Ich weiß, dass es nicht jedem möglich ist, auf das Auto zu verzichten. Mir auch nicht, da ich zum Beispiel ständig die Kinder irgendwohin bringen muss. Das ginge zwar auch anders, aber nur unter großen Einschränkungen. Dennoch hatte und habe ich natürlich trotzdem die Möglichkeit, mein Fahrverhalten zu ändern. Mein Weg zur Arbeit beträgt nämlich nur knappe vier Kilometer. Eigentlich ein Klacks. Wenn wir hier nicht über Wuppertal reden würden. 🙂 Von Pedelecs hatte ich zwar schon gehört, aufgrund des hohen Preises den Gedanken aber nicht weiter vertieft. Bis zu dem schönen Tag, an dem ich von Diensträdern hörte.

Mit einem Infoflyer bewaffnet stiefelte ich also zu meiner Chefin und eröffnete ihr, dass ich hiermit ein Dienstfahrrad beantragen würde. Die Kolleginnen, die mit im Raum waren, brachen in lautes Gelächter aus. Meine Chefin kennt mich aber ziemlich gut und wusste direkt, dass das gar kein Spaß war und dass ich ziemlich hartnäckig sein kann. Also schaute sie mich kurz prüfend an und meinte dann: „Gib mal her. Ich nehme es mit in die nächste Leitungssitzung und gucke mal, was ich für Dich tun kann.“ Sie hat Wort gehalten und meinte, dass der Vorschlag geprüft würde. Ich bekäme Bescheid.

Wie es der Teufel dann wollte, traf ich bei einer geschäftlichen Veranstaltung auf unseren Geschäftsführer. Dessen Blick fiel auf mein Namensschild. Dann fasste er mich streng ins Auge und fragte: „Sind Sie die mit dem Dienstrad?“ Ich überlegte kurz, ob Flucht eine Option wäre. Auf Toilette vielleicht? Auto im Parkverbot? Oder einfach leugnen? Schließlich atmete ich mal durch und bekannte mich schuldig. Da strahlte mich der oberste Boss an und meinte: „Das ist eine großartige Idee! Das machen wir! Kann aber noch was dauern, muss noch durch die üblichen Gremien zum Beschluss.“ Hah! Da hatte ich mal richtig Glück, denn unser Geschäftsführer ist begeisterter Radfahrer. Als dann alle Modalitäten geklärt waren, durfte ich shoppen gehen. Eigentlich schwebte mir ja so ein nostalgisches Rad mit beigefarbenen dicken Reifen und Rahmen in Türkis vor. So im Stil von Pippi Langstrumpf. Ich sah mich schon mit flatterndem Sommerkleid und Strohhut durch blühende Sommerwiesen gleiten. Naja. Nach ausgiebiger Beratung im Fachhandel und Probefahrten siegte dann doch die Vernuft. Jetzt sieht das Rad halt so aus. Fahrrad nackt

Aber immerhin habe ich mir einen rosa Helm zugelegt und eine lustige bunte Satteltasche mit Blümchen. Ein bisschen Mädchenkram konnte ich mir dann doch nicht verkneifen. Die Lenkertasche auf dem Foto oben ersetzt quasi die Handtasche. So kann ich alles transportieren, was ich brauche. Und sowieso bin ich restlos verzückt. Denn die steilen Berge, für deren Erklimmung ich im Normalfall ein Sauerstoffzelt bräuchte, strample ich nun ganz entspannt hinauf. Dadurch, dass ich auf dem Fahrradweg an der Autoschlange vorbeifahren kann, benötige ich noch nicht einmal mehr Zeit auf dem Weg zur Arbeit. Dafür genieße ich aber den Wind um die Nase. Und ich bemerke immer wieder, dass ich den Kopf einfach frei bekomme. Wenn ich nach Hause komme, bin ich schon „runter“. Da merkt man erst einmal, wie konzentriert man beim Autofahren trotz aller Routine doch immer sein muss.

Ihr seht, ich gerate ein bisschen ins Schwärmen. Endlich kann ich als Wuppertalerin mit dem Rad Dinge erledigen. Wunderbar!

Falls das bei Eurem Arbeitgeber nicht ohnehin schon möglich ist, dann lohnt es sich mal nachzuhaken. Im Grunde ist es nämlich eine Win-Win-Situation. Das Leasing des Rades wird üblicherweise durch Gehaltsumwandlung gemacht. Damit spart Ihr also auch noch Sozialversicherungsbeiträge. Und der Arbeitgeber natürlich auch. Informationen zum Procedere und eine Beispielrechner findet Ihr unter anderem hier.

Der Auftrag für heute: Überlegt mal, an welchen Stellen Ihr auf das Auto verzichten könntet. Und beantragt ein Dienstrad! Durch die Steuervorteile und die Verteilung der Raten auf mehrere Jahre ist es ganz gut erschwinglich. Und die Freude, die Ihr mitgeliefert bekommt, ist ohnehin unbezahlbar.

Bis morgen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s